Haben Sie Fragen rund um das Thema «Hören»? Gerne versuchen wir, sie zu beantworten. Die Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen werden auf dieser Seite aufgeführt.

 

Muss ich ein Hörgerät selbst bezahlen oder zahlt das die Krankenkasse?

Die Sozialversicherungen bezahlen eine Pauschale pro Ohr. Für Menschen im Erwerbsalter bezahlt die Invalidenversicherung einen Betrag von CHF 1650.-  für eine beidseitige (= binaurale) Versorgung. Für die Versorgun an einem Ohr (= monaural) CHF 840.-. Für Menschen im Rentenalter sieht die AHV eine einfache Pauschale von 630.- CHF vor.Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der AHV/IV (Hörgeräte der AHV und IV).

 

Meine Frau sagt immer, ich würde nicht mehr gut hören und dass ich zum Ohrenarzt soll. Dabei ist das in meinem Alter (60) doch normal. Könnte sie nicht einfach lauter sprechen?

Zwar nimmt mit dem Alter normalerweise auch die Hörfähigkeit ab. Das heisst aber nicht, dass man sich damit abfinden sollte. Ein Hörgerät kann helfen, die mit gutem Hören verbundene Lebensqualität zu erhalten und die gegenseitige Verständigung zu verbessern. Bevor Sie zum Ohrenarzt gehen, können Sie Ihr Gehör auch erst mal von einem Hörakustiker kostenlos testen lassen.

 

Ich war eigentlich nie starkem Lärm ausgesetzt, weder beruflich noch privat. Trotzdem habe ich das Gefühl, nicht mehr so gut zu hören. Ist das einfach eine Alterserscheinung?

Das kann eine Alterserscheinung sein. Weil sich aber die Folgen von Lärm während unseres ganzen Lebens aufsummieren, kann es auch die Folge einer übermässigen Lärmbelastung sein. Häufig sind wir uns gar nicht bewusst, dass ein bestimmter Lärm wie z.B. derjenige eines Rasenmähers bereits schädlich ist. Am besten, Sie lassen Ihr Gehör testen. Je früher, desto besser.

 

Ich bin am Arbeitsplatz häufig störendem Lärm ausgesetzt. Was kann ich dagegen tun?

Der Geräuschpegel am Arbeitsplatz sollte konzentriertes Arbeiten zulassen und die Gesundheit nicht gefährden. Wenn Sie sich durch Lärm gestört fühlen, gibt es in Abhängigkeit der Ursachen verschiedene Möglichkeiten, die Situation zu verbessern z.B. bei der Raumgestaltung. Teppiche oder Wandverkleidungen können die Lärmbelastung in Räumen vermindern. Lärm wir nicht von jedem Menschen als gleich störend empfunden. Wenn er aber 85 dB überschreitet, muss zwingend etwas für den Schutz des Gehörs unternommen werden, weil es sonst zu Hörschäden kommen kann. Die meisten Arbeitgeber befolgen aber die Normen der SUVA bezüglich Lärm am Arbeitsplatz.

 

Von wann an ist Lärm eigentlich schädlich?

Ab einer Lautstärke von etwa 80 dB führt Lärm zu Langzeitschäden des Gehörs. Lärm schadet aber nicht nur dem Gehör. Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits bei Strassenlärm, der im Haus einen Schallpegel von 65 dB erreicht, das Risiko für Herz-Kreislaufstörungen um 20% höher liegt, als bei 50–55% dB. Wobei in beiden Fällen nicht nur die Lautstärke an sich entscheidend ist, sondern ebenfalls die Dauer welcher man der Lärmquelle ausgesetzt ist.

 

Ich finde Hörgeräte hässlich. Gibt es keine Alternative?

Nein, zu Hörgeräten gibt es keine Alternative. Doch die modernen Geräte sind so klein, dass sie kaum auffallen. Mit den «klobigen» Geräten von früher haben sie nichts mehr zu tun. Achten Sie mal auf die Menschen in Ihrer Umgebung: Sie werden sicher das eine oder andere Mal ein Hörgerät entdecken, dass Sie auf den ersten Blick glatt übersehen hätten.

 

Wie verhalte ich mich gegenüber Hörbehinderten? Soll ich einfach lauter reden?

Nein. Sprechen Sie in normaler Lautstärke, dafür deutlich, nicht zu schnell und in gleichmässigem Tempo. Achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht gut sichtbar ist. Versuchen Sie, störenden Fremdlärm auszuschalten und in Gruppen nicht durcheinander zu reden. Vergewissern Sie sich, dass Sie richtig verstanden wurden.

 

Ich habe seit kurzem ein Hörgerät. Nun ist alles viel schlimmer, ein schreckliches Durcheinander von Geräuschen und Stimmen. Muss das sein?

Das ist ein bekanntes Phänomen. Unser Gehirn besitz die Fähigkeit aus einem Meer von Geräuschen das Wichtige herauszufiltern. Diese Fähigkeit muss dauernd trainiert werden, weil sie sonst verloren geht. Wartet man bei einem Hörverlust zu lange mit einem Hörgerät, muss das Gehirn diese ursprüngliche Fähigkeit wieder erlernen. Das dauert eine Weile. Moderne Hörgeräte können aber unterstützend wirken, indem sie sich auf verschiedene Hörsituationen programmieren lassen. Ganz wichtig ist, dass Sie sich in der Anfangsphase von Ihrem Hörakustiker beraten und Ihr Hörgerät nach und nach an Ihre Bedürfnisse anpassen lassen.

 

Ich höre nicht mehr so gut. Aber ich schäme mich, ein Hörgerät zu tragen, schliesslich bin ich erst 35. Gibt es keine andere Möglichkeit?

Es gibt keinen Grund, sich über ein Hörgerät zu schämen – auch als junger Mensch. Im Gegenteil: Mit einem Hörgerät signalisieren Sie schliesslich, dass Sie an Ihrer Umgebung interessiert sind, dass Sie sich mit anderen Menschen austauschen, in die Gesellschaft integrieren wollen. Hören heisst dazugehören – und manchmal brauchts dafür eben ein Hörgerät.

 

Ich muss mich in letzter Zeit an Sitzungen ziemlich anstrengen, die anderen zu verstehen. Vor allem, wenn alle durcheinander reden. Kann das an der schlechten Akustik im Sitzungszimmer liegen?

Das kann an der Akustik liegen. Gerade die moderne Architektur bringt manchmal Räume hervor, die akustisch schwierig sind. Was Sie beschreiben, kann aber auch ein Anzeichen einer Hörschwäche sein. Verschaffen Sie sich am besten Klarheit, indem Sie Ihr Gehör von einem Hörakustiker kostenlos lassen. Danach wissen Sie, wo Sie bei der Problemlösung ansetzen müssen: beim Sitzungszimmer oder bei Ihrem Gehör.

 

Unser Sohn ist erst fünf und hat eine leichte Hörschwäche. Wir haben bislang auf ein Hörgerät verzichtet, weil wir befürchten, dass er von anderen Kindern gehänselt würde. Schadet ihm das, wenn er kein Hörgerät trägt?

Das Hörvermögen bei Kindern hat ganz direkte Konsequenzen für die Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Fähigkeiten. Bereits leichte Hörbeeinträchtigungen können zu Verhaltens- und Lernproblemen führen und damit die Lebensqualität erheblich einschränken. Warten Sie daher nicht, Ihrem Kind mit einem Hörgerät das Hören zu erleichtern. Je früher es lernt, damit umzugehen, desto selbstbewusster wird es dieses auch zu tragen wissen.

 

Ich fühle mich abends nach dem Büro richtig erschöpft. Mein Mann meint, das liege daran, dass ich seit einiger Zeit nicht mehr so gut höre. Hat das wirklich miteinander zu tun?

Das kann tatsächlich daran liegen. Wenn Ihr Mann zudem den Eindruck hat, dass Sie in letzter Zeit nicht mehr so gut hören, sollten Sie unbedingt Ihr Gehör testen lassen.

 

Mein Kollege hat manchmal Hörprobleme. Wenn ich ihn darauf anspreche, sagt er, es wäre früh genug, sich nach der Pensionierung darum zu kümmern. Stimmt das?

Erst mal herzliche Gratulation dazu, dass Sie Ihren Kollegen darauf angesprochen haben. Falsch verstandene Diskretion hilft in einem solchen Fall nämlich weniger, als die ausgesprochene Anteilnahme an der Gesundheit eines Mitmenschen. Wenn Ihr Kollege Hörprobleme hat, sollte er auf keinen Fall damit warten, etwas dagegen zu unternehmen. Im Durchschnitt unternehmen Betroffene 10 Jahre zu spät etwas gegen ihre Hörprobleme. Dann können schon wichtige, mit dem Hören verbundene Fähigkeiten des Gehirns verloren gegangen sein.

 

Ich mache mir Sorgen, weil eine Freundin von mir nicht mehr so gut hört, und habe ihr das auch gesagt. Sie hat nur gelacht und gesagt, dass es manchmal ganz praktisch sei, nicht alles zu hören. Sorge ich mich unnötig?

Ihre Freundin sollte bedenken, dass sie nicht frei wählen kann, was sie hört und was nicht. Damit entgeht ihr nicht nur, was sie vielleicht nicht hören will, sondern sicher auch ganz vieles, das sie gerne gehört hätte. Die Folgen davon dürfen nicht unterschätzt werden. Hören heisst dazugehören, und wer nicht mehr gut hört, riskiert, sich zu isolieren.

 

Ich überlege mir, ein Hörgerät zu kaufen. Ich finde, eines genügt. Nun hat mir ein Bekannter gesagt, es sei besser, zwei zu tragen. Stimmt das?

Gegenfrage – Wenn Sie schlecht sehen würden, würden Sie sich für eine Brille oder lediglich für ein Monokel entscheiden? Unsere beiden Ohren ermöglichen uns eine akustische Orientierung im Raum. Damit können wir feststellen, wo sich eine Geräuschquelle befindet und ob sich diese allenfalls auf uns zu oder von uns weg bewegt. Im Verkehr etwa kann dies sehr wichtig sein. Auch ist der Hörgenuss grösser, wenn wir mit beiden Ohren hören. Es ist daher auf jeden Fall besser, zwei Hörgeräte zu tragen statt bloss einem.

 

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